Über eine schwierige Situation in einem Gymnasium wird in einem Artikel aus der Neuen Osnabrücker Zeitung berichtet. Trotzt der vorhandenen Dialogbereitschaft und laufender Mediationsverfahren, gehen die Erwartungen an den Zeitplan und das Verfahren weit auseinander. Während die Schulbehörde auf eine geplante Mediation verweist erwartet der Elternrat kurzfristige Lösungen.

Zitat aus dem Elternrat: „Wie sollen unsere Kinder in einem Klima lernen, in dem ein Großteil der Lehrer ihre Energie in Reibungskonflikten verliert, statt in ihren eigentlichen pädagogischen Aufgaben zu bündeln? Eine so große Zahl von unzufriedenen Lehrern, die aufgrund von Konflikten nur noch Dienst nach Vorschrift machen, von den Unterrichtsausfällen durch psychisch zu stark belastete Lehrer ganz zu schweigen, wollen wir Eltern nicht akzeptieren.“

Auch aus unserer Erfahrung stehen am Beginn eines Dialogverfahrens häufig unterschiedliche Zeitvorstellungen im Raum. Die eine Partei sucht nach kurzfristigen Lösungen, um den akuten Konflikt möglichst schnell zu beruhigen.  Andere Beteiligte sind an eine intensiven Aussprache interessiert, um die Hintergründe besser zu verstehen und Ursachen des Konflikts an dessen Wurzeln angehen zu können.

Beide Erwartungen sind berechtigt und müssen sich nicht widersprechen. Ein Dialogverfahren macht nur dann Sinn, wenn alle Beteiligten sich in Ruhe darauf einlassen können. Ein sensibler Umgang mit der begrenzten Ressource “Zeit” steht immer am Anfang der Konfliktklärung.

Leider ist es oft so, dass vor den Klärungsbemühungen ganz viel Zeit und Energie ver(sch)wendet wird, um einen vorhandenen Konflikt auszusitzen, nicht wahrzunehmen oder diesen zu verschweigen. Je früher Betroffene den Mut haben, diesen Konflikt offen anzusprechen umso erfolgreicher und schneller sind nachhaltige Lösungen möglich.