25Apr2008
Abgelegt in: Fallbeispiele
Autor: Dr. Joachim Simen
Ein „schulinternes Dialogforum“ kann eine Veranstaltung einer Schule für und mit den mit ihr verbundenen Lehrern, Eltern und Schüler sein. Je nach dem gewählten Oberthema werden die passenden Methoden und der Teilnehmerkreis ausgewählt. Es können 20, 200 oder noch mehr Teilnehmer aktiv mitwirken. Die Dauer richtet sich nach der aktuellen Situation in der Schule, dem anvisierten Ziel und der Anzahl der Teilnehmer.
Ein schulinternes Dialogforum ist dann angebracht, wenn es darum geht,
- die vorhandenen Potentiale der Schulleitung, Lehrer, Schüler oder Eltern insgesamt oder für eine Gruppe zu erschließen,
- das Engagement aller Beteiligten für Veränderungen zu wecken,
- die Kreativität und Innovationskraft der Beteiligten ausschöpfen die Zukunft ihrer Schule gemeinsam zu gestalten.
Ein schulinternes Dialogforum kann eine thematische Überschrift haben:
- „Wie wir miteinander umgehen und zusammen arbeiten!“
- „Entscheidungen treffen und umsetzen!“
- „Was treibt uns wirklich um? – Mutig die anstehenden Themen der Beteiligten erkennen und angehen!“
- „Wie präsentieren wir uns als Schule und wie werden wir wahrgenommen?“
Der Teilnehmerkreis kann beispielsweise umfassen:
- die Schulleitung und das Lehrerkollegium,
- die Schulleitung, das Lehrerkollegium und die Schülervertreter und/oder die Elternvertreter,
- alle interessierten Personen unabhängig von ihrer Funktion (Lehrer, Schüler, Eltern etc.) als offenes Dialogforum.
Ulrike
29. September 2008 um 21:56 Uhr
Als Beispiel für ein schulinternes Dialogforum wird oben das Thema ‘Entscheidungen treffen und umsetzen’ genannt. Als Lehrerin an einem Gymnasium habe ich das Gefühl, dass gerade in diesem Schuljahr viele Neuerungen für das Kollegium eingeführt wurden, die dieses nicht unbedingt trägt. Es wurden Entscheidungen über unsere Köpfe hinweg getroffen, ohne uns nach unserer Meinung und unserer Beurteilung zu fragen. Alles geschieht mit der Begründung, dass die Schüler mehr gefördert werden müssen. Ist die Förderung in dieser Form aber sinnvoll? Können wir sie als Lehrer überhaupt umsetzen? Haben wir die entsprechende Ausbildung, um z.B. Teamteaching, Projektarbeit u.a. durchzuführen wie es von uns verlangt wird? Meiner Meinung nach wären die betroffenen Lehrer, denen eben solche Maßnahmen ‘einfach’ in den Stundenplan geschrieben wurden, motivierter an der Umsetzung dabei, wenn sie an Entscheidungen über Fördermaßnahmen beteiligt worden wären oder andere Kollegen hätten vielleicht gerne bestimmte Fördermaßnahmen unterstützt. Ohne das Gespräch mit dem Kollegium zu suchen, werden die Interessen der Einzelnen aber nicht erfasst. Eine strukturierte Gesprächsführung, die nicht bestimmt ist vom ’schnellen Abhaken’ von Tagesordnungspunkten, wie es oft in Konferenzen geschieht, wäre mit Sicherheit häufig effektiver. Wenn unsere Wünsche, Bedürfnisse und Anregungen in einer guten Arbeitsatmophäre wirklich gehört würden, wäre die Motivation noch mehr für die Schule zu tun mit Sicherheit größer.